Jean-Marc Lieberherr Monnet in Innsbruck
Jean-Marc Lieberherr Monnet ist der Enkel von Jean Monnet, dem Architekten der europäischen Integration. Er hat seine Laufbahn im Privatsektor kürzlich beendet. Nun füllt er das von ihm mitgegründete Institut Jean Monnet mit Leben. Wie er selbst sagt, geht es ihm darum, „Jean Monnet heute wieder wirksam zu machen; praktisch und konkret, nicht huldigend.“ Auf Einladung von Verena Ringler, Direktorin von AGORA und European Commons, gestaltete Jean-Marc Lieberherr Monnet drei Tage voller Dialog, Lernerfahrung und gemeinsamer Orientierung. Im Zentrum standen Jean Monnets Friedensvisionen, seine Kunst der Überzeugung und Einflussnahme sowie sein enormes Vermächtnis in Sachen Leadership.
Vom Empfang mit Vizebürgermeister Georg Willi über den kulturhistorischen Spaziergang mit Sabine Wallinger und das lebendige Townhall-Format mit Schülerinnen und Schülern sowie Lehrkräften der HAK Innsbruck bis hin zur ganztägigen Masterclass auf der Seegrube verband das Programm Geschichte des 20. Jahrhunderts, anregende Reflexion und starke Impulse. All das fand in der eindrucksvollen Kulisse Innsbrucks statt. Eine zentrale Frage behandelte Jean-Marc Lieberherr Monnet immer wieder: „Wie entstehen die richtigen Ideen, wie reifen sie, wie gewinnen sie die Köpfe der maßgeblichen Akteur:innen – und wie werden sie zu praktischem Handeln?“
Europa wird keinen Frieden finden, wenn die Staaten auf der Grundlage nationaler Souveränität wiedererrichtet werden.
Jean Monnet 1943
Jean Monnet: Uniting People, Igniting Leadership for Europe
- Eight decades ago, in France, Jean Monnet turned from a humble networker into the most powerful influencer for peace and cooperation in Europe. He convened former enemies. He invented the EU.
- On 27 June in Innsbruck, Austria, Jean-Marc Lieberherr Monnet will join our unique Masterclass to unpack his grandfather’s powerful legacy on effective leadership. This is the first-ever opportunity for exchange and engagement with a Monnet family member in Austria.
- What drove, energized and empowered this Founding Father of the EU? How can Jean Monnet’s values, methods and skills empower leaders and shapers today?
Your hosts on 27 June in Innsbruck are Jean-Marc Lieberherr Monnet and Verena Ringler.
Ein Monnet-Moment
Jean Monnets Vision aus Kriegszeiten war nie bloß eine Frage von Idealen. Sie zielte darauf, den richtigen Hebel zu finden und im entscheidenden Moment entschlossen zu handeln.
In seinem Memorandum von 1943 aus Algier argumentierte er, Europa werde keinen Frieden finden, wenn die Staaten einfach zur nationalen Souveränität und zu alten Rivalitäten zurückkehrten. Wohlstand und sozialer Fortschritt, so Monnet, erforderten eine gemeinsame wirtschaftliche Einheit.
Bis 1950 war aus dieser über Jahre gereiften Idee dringende Realität geworden. Der Schuman-Plan und die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl verwandelten Kohle und Stahl von Instrumenten der Dominanz in eine gemeinsame Grundlage der Kooperation.
Um den Lauf der Ereignisse zu verändern, müssen sich die Einstellungen der Menschen ändern; Worte genügen nicht.
Jean Monnet 1950
Was diese Tage gezeigt haben
Die Begegnungen in Innsbruck machten eine Reihe von Leadership-Qualitäten sichtbar, die heute ebenso bemerkenswert wie relevant sind. Das gilt für jede Führungspersönlichkeit und für alle, die an unserer gemeinsamen Zukunft und am Gemeinwohl mitwirken.
Stille und Innenschau halfen, Überzeugungen zu formen. Fokus brachte Ideen zur Wirkung. Und grenzüberschreitende Zusammenarbeit machte dauerhafte Veränderung möglich.
Zugleich wurde deutlich, wie wichtig präzise Menschen- und Prozesskompetenz ist. Ebenso wichtig ist strategische Geduld: auf den richtigen Moment zu warten und dann mit Energie zu handeln.
Schirmherr:innen des Monnet-Besuchs
- Anton Mattle, Landeshauptmann von Tirol.
- Wilhelm Molterer, ehemaliger Vizekanzler und Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Europapolitik.
- Georg Willi, Erster Vizebürgermeister der Stadt Innsbruck.
- Prof. Andreas Maurer, Jean-Monnet-Lehrstuhl für EU-Integrationsstudien, Universität Innsbruck.
- Andrea Pegger, B.S., Honorarkonsulin der Französischen Republik.
- Béatrice Gaigg, Gründerin, Institut franco-tyrolien d’Innsbruck (HAK-Event).
- Dr. Franz Pegger, Präsident, Institut franco-tyrolien d’Innsbruck (Stadtspaziergang).
Dank und Anerkennung
Herzlicher Dank an Barbara Ditterich, Sabine Wallinger, Béatrice Gaigg, Noah Summer und alle in Österreich und Frankreich, die diese besondere Folge von Austausch- und Lernerfahrungen möglich gemacht haben.
Ein besonderer Dank gilt den Teilnehmer:innen unserer Masterclass sowie den Teams von Karin Zingerle, Daliah Blaas und Thomas Schroll von den Nordkettenbahnen Innsbruck.
Danke an Bernhard Poscher für die AGORA-Bilder von der Monnet Masterclass auf der Seegrube, an Dominik Jäger für die Fotos der Stadt Innsbruck, an Michael Kristen für die Bilder an der HAK Innsbruck sowie an Denise Lionne und Mitglieder des Institut franco-tyrolien d’Innsbruck für die Fotos des Stadtspaziergangs.
Danke auch für die inspirierenden Videos an Charles Landry, Christian Bason, Sir Geoff Mulgan, Andreas Maurer und Markus Frischhut.
Und vor allem: Danke an Jean-Marc Lieberherr Monnet für das sichtbare Bekenntnis zu der Überzeugung, dass das Unmögliche oft einfach das noch Unversuchte ist.
Der Besuch war ein Pro-bono-Projekt von Verena Ringler und Jean-Marc Lieberherr Monnet. Er wurde ohne Fördermittel oder öffentliche Finanzierung realisiert. Einzelspenden und Sachleistungen haben dazu beigetragen, dies möglich zu machen.
Danke!

