„Für unsere Alumna des Monats Mai Verena Ringler war Innsbruck nie nur Studienort – sondern Ausgangspunkt für Grenzüberschreitungen. Hier aufgewachsen und schon früh in der Medien- und Jugendarbeit aktiv, führte ihr Weg selbstverständlich an die Universität Innsbruck. Was sie dort fand, war mehr als ein Studium—eine neue Art, Europas Umbrüche zu verstehen.
Ein Seminar über die Lage in Kosovo der 1990er Jahre eröffnete ihr einen systemischen Blick auf Gesellschaften und ihre jeweiligen Institutionen und Regime. Dies legte den Grundstein für ihren späteren Weg: Zehn Jahre später arbeitete sie selbst vor Ort fast drei Jahre lang in Pristina und begleitete den Prozess zur Unabhängigkeit und EU-Annäherung von Europas jüngstem Staat. Diese Erfahrung hat ihren Blick für das geschärft, was entsteht, wenn Menschen verschiedenster Herkünfte gemeinsam an Zukunft arbeiten. Auch eine Studienreise nach Russland hinterließ bleibende Eindrücke von Offenheit und Aufbruch, aber auch ungenutzte Potenzialen für wissenschaftliche, kulturelle und gesellschaftliche Begegnung.
Früh zog es sie hinaus in die Welt: nach Uppsala, Bologna und Washington. Dort lernte sie, was es heißt, sich immer wieder auf Neues einzulassen. „Was gestern fremd war, ist heute vertraut“, sagt sie – eine Erfahrung, die ihre Arbeit bis heute beeinflusst.
Heute gestaltet Verena Ringler selbst Zukunft: Sie stellt Räume für Kontakt und Innovation her, ob zu europäischer Leadership, Sicherheit und Resilienz, Bildung oder Biodiversität. Dabei versteht sie sich als „Opportunity Managerin“ – nicht als „Risk Managerin“ Es geht ihr darum, Chancen sichtbar zu machen, Gestalter:innen zu vernetzen und Veränderung möglich zu machen.
Besonders freut sie sich, gemeinsam mit Jean-Marc Lieberherr Monnet, dem Enkel von Jean Monnet, eine Masterclass auf der Seegrube zu gestalten. Der EU-Gründervater Jean Monnet hat auf unkonventionelle wie entschlossene Weise die europäische Einigung nach dem Zweiten Weltkrieg initiiert und vorangetrieben. Er erinnert daran, wie sehr sich hartnäckige Bemühungen um Kontakt, Gespräch und Frieden lohnen.
Was Verena Ringler aus ihrer Studienzeit mitgenommen hat? Den Glauben an Zusammenarbeit als Kraft und Kompetenz. „Kollektive Intelligenz ist unsere wichtigste Ressource“, sagt sie.
Der Universität Innsbruck ist Verena Ringler bis heute freundschaftlich verbunden – und auch ein ganz bestimmter Ort ist ihr geblieben: ein Seminarraum im GeiWi-Turm mit Blick auf die Nordkette. „Dort habe ich begonnen, groß zu denken.“
Ihr Rat an Studierende: Mut zum Risiko. Neues ausprobieren, Chancen ergreifen.
Für die Zukunft hat Verena Ringler klare Ziele: Sie will Europas Potenziale entfalten und durch innovative Formate und Prozesse die Regionen stärken. Denn für sie steht fest: Der Erfolg des gemeinsamen Europas entscheidet sich vor Ort.“

