Der Europäische Klimapakt wurde von der Europäischen Kommission 2020 initiiert. Er bringt engagierte Menschen aus ganz Europa zusammen, die sich beruflich oder ehrenamtlich für Klima- und Naturschutz und die regionale Entwicklung und Transformation einsetzen. Im Mittelpunkt stehen der Austausch von Erfahrungen, das gegenseitige Lernen und die Entwicklung gemeinsamer Ideen für die ökologische Transformation.
Verena Ringler, Leiterin der AGORA EGD in Innsbruck und Botschafterin des Europäischen Klimapakts, beschreibt im Gespräch mit Redakteurin Juliane Nagiller den Mehrwert des Netzwerks: „Mich hat an diesem Pakt so interessiert, dass es ein Netzwerk für die Zukunft ist. Die EU holt sich viele hundert professionelle Innovatorinnen, Multiplikatorinnen und Gestalterinnen zusammen, um gemeinsam über die Erfahrungen und über die Perspektiven in der Klima- und Naturtransformation zu beraten.“
Der EU-Klimapakt ist ein fachliches Netzwerk für die Zukunft.
Verena Ringler
Bemerkenswert sei, dass der Klimapakt weniger auf finanzielle Förderung als auf Vernetzung und Innovation setze – insbesondere bei einem jährlichen Treffen in Brüssel. „Die Kommission sagt sich, wir haben in dem Fall keine eigenen Budgets. Doch wir haben die sogenannte „Convening Power“. Als EU können wir euch zusammenbringen, dass ihr euch mal kennenlernt und austauscht,“ so Verena Ringler.
Die EU sagt, wir haben für Euch Botschafter:innen zwar kein Geld. Aber die Möglichkeit der Gastgeberschaft. Wir bringen Euch zusammen!
Verena Ringler
Der Europäische Klimapakt wurde 2020 im Zuge des European Green Deal Fahrplans initiiert. Er ist heute ein fachliches Netzwerk von Praktiker:innen zu Klima und Umwelt, Regionen und Standort. Der Pakt bzw. seine Mitglieder sollen dazu beitragen, das Ziel der EU-Klimaneutralität bis 2050 zu erreichen. Man zählt auf das Engagement der innovativen Zivilgesellschaft, des Ehrenamts und der Visionäre und Praktiker:innen im Feld.
Verena Ringler im Ö1 Beitrag: „Man kann sich diesen Klimapakt vorstellen als längst überfälliges fachliches Netzwerk von erfahrenen Personen, die an ihren jeweiligen Lebensorten etwas weiterbringen.“
Der Austausch im Netzwerk führe auch zu Innovationen und konkreten Zusammenarbeit. So stellte Ringler beim Jahrestreffen 2026 etlichen Kolleg:innen in Brüssel das pionierhafte Projekt „Bürger:innen Biotope Tirol“ vor, an dem sie mit dem Verein AGORA European Green Deal mitgewirkt hatte. Unter der Leitung der Tiroler Umweltanwaltschaft hatten Bürgerinnen und Bürger gemeinsam mit Wissenschaftler:innen und Vertreter:innen aus der lokalen Wirtschaft, der Landwirtschaft und den Gemeinden über mehrere Jahreszeiten hinweg 38 Biotope für gefährdete Pflanzenarten angelegt und betreuen diese nun selbst weiter.
Zudem konnte Ringler bereits zwei Gestalterinnen nach Österreich holen, die sie nur durch den Pakt kennengelernt hatte – eine Expertin für Biodiversität und Wirtschaft aus Deutschland und eine Künstlerin aus den Niederlanden. Der Klimapakt zeigt damit, wie europäische Vernetzung nicht nur den Wissensaustausch fördert, sondern auch konkrete Projekte und Kooperationen vor Ort ermöglicht.
Die Sendung ist im Podcast „Nachhaltig leben“ (OE1) sowie auf gängigen Podcast Plattformen abrufbar.
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